Spätfrostschäden in unseren Weinbergen

Spätfrostschäden in unseren Weinbergen

Die heimlichen Helden des Steillagenkollektivs Sie lesen Spätfrostschäden in unseren Weinbergen 3 Minuten

Frostschäden in unseren Weinbergen. Wie geht es weiter, was ist zu tun? Müssen die Wengerter überhaupt etwas im Weinberg machen? Ja, sogar mehr als in normalen Jahren.

Viele Weinberge sind vom Frost stark geschädigt. Jetzt gibt es viel zu tun und im Herbst leider wenig Trauben. Erst mal ist es wichtig die geschädigten Triebe an der Bogrebe nicht auszubrechen, da neu austreibende Beiaugen zerstört werden könnten.

Falls die Gescheine, das sind die Fruchtansätze, den Frost unbeschadet haben, muss die „Traubenzone“ offen gehalten werden, also die Blättchen entfernen, damit Feuchtigkeit immer abtrocken kann, um Fäulnis während der Reife zu vermeiden.

Reben mit vollständigen Erfrierungen bilden oft neue Triebe aus schlafenden Augen im Altholz (dies sind Knospe aus Vorjahren im Rebstock, aus diesen kann die Reben einen Treib in dieser Notsituation aktivieren). Diese kann dann als Fruchtruten für das kommende Jahr genutzt werden.

Hierbei ist es wichtig, diese Triebe gut freizustellen, durch die eine gute Belichtung werden mehr fruchtbare Knospen gebildet welche nächstes Jahr bessere  Trauben entwickeln können.

Bei einem Neuaufbau der Stöcke muss vorsichtig gearbeitet werden, um die empfindlichen Neutriebe nicht zu schädigen. Dies bedeutet immer wieder das Wachstum beobachten und die jungen Trieben in den Drahtrahmen bringen. Also aufwendige Handarbeit.

Teilweise geschädigte Anlagen sollten man abwarten, bis die abgestorbene Triebe und Blätter trocken sind und von alleine abfallen, falls dies nicht der Fall ist werden diese entfernt, um die Gefahr von Botrytisinfektionen zu vermeiden. An teilweise geschädigten Trieben sollten bis auf den ersten basalen Geiztrieb zurückgeschnitten werden sie können dann im kommenden Winter als Fruchtruten verwendet werden.

Ein erneuter Austrieb kann im Enzelfall zur Bildung von Gescheinen und Trauben führen. Bei unterschiedlicher Reife von Trauben aus nicht erfrorenen Gescheinen und Trauben aus den Neutrieben müssen mindestens zwei Lesetermine eingeplant werden, da dies ja unterschiedlich reif werden.

Pflanzenschutzmaßnahmen müssen ganz normal, wie in den nicht vom Spätfrost geschädigten Weinbergen durchführen werden. Die nachgetriebenen Bodentriebe aus den Stämmen sind einer Infektion durch Primärsporen der Peronospora besonders ausgesetzt. 

Also, es gibt viel zu tun! Und wenn die Weinberge wieder grün werden tut das der Wengerterseele besonders gut. Was gibt es dann emotionaleres wie nach getaner Arbeit den Weinberg zu betrachten und ein Glas Lemberger feinherb. dazu im Glas.