Der Begriff Blanc de Noir stammt aus dem Französischen und bedeutet wörtlich „Weißer aus Schwarzen“. Gemeint ist ein weißer Wein, der aus roten bzw. dunklen Trauben hergestellt wird. Klingt zunächst widersprüchlich – ist aber eine spannende Spezialität im Weinbau, die immer mehr Liebhaber findet.
Wie entsteht ein Blanc de Noir?
Der entscheidende Punkt bei der Herstellung ist der Umgang mit den Trauben. Dunkle Rebsorten wie Spätburgunder oder Lemberger besitzen helles Fruchtfleisch. Der rote Farbstoff, die sogenannten Anthocyane, sind vor allem in den Beerenhäuten vorhanden. Um einen Blanc de Noir zu erzeugen, werden die Trauben direkt nach der Lese schonend gepresst. Der Most hat dabei nur sehr kurzen oder gar keinen Kontakt mit den dunklen Schalen, sodass kaum Farbstoffe in den Saft übergehen kann. Das Ergebnis: ein heller, oft strohgelber bis leicht lachsfarbener Wein.
Geschmack und Charakter
Blanc de Noir vereint Eigenschaften von Weiß- und Rotwein. Typisch sind frische, fruchtige Aromen wie Apfel, Birne oder Zitrusfrüchte, oft ergänzt durch feine rote Beerennoten. Am Gaumen wirkt er meist lebendig, elegant und mit einer angenehmen Säurestruktur. Je nach Ausbau kann er leicht und frisch oder auch etwas kräftiger und komplexer sein.
Wann passt Blanc de Noir besonders gut?
Dieser Wein ist ein echter Allrounder. Durch seine Frische eignet er sich hervorragend als Aperitif, macht aber auch beim Essen eine gute Figur. Besonders gut harmoniert er mit:
- leichten Vorspeisen
- Fisch- und Meeresfrüchten
- Geflügel
- sommerlichen Salaten
- mildem Käse
Ein Blanc de Noir passt auch erstaunlich gut zu Caesar Salad, weil sich hier mehrere Aromen ergänzen:
Frische & Säure
Das cremige Dressing mit Eigelb und Parmesan ist recht reichhaltig. Die frische Säure eines Blanc de Noir schneidet angenehm durch die Cremigkeit.
Leichte Fruchtigkeit
Viele Blanc de Noir bringen feine Noten von roten Beeren mit, ohne schwer zu wirken. Das harmoniert mit Röstaromen der Croutons und dem Parmesan.
Nicht zu tanninreich
Ein klassischer Rotwein wäre oft zu dominant oder metallisch zur Zitronensäure im Dressing. Blanc de Noir bleibt weich und elegant.
Passt zu Umami
Sardellen, Parmesan und Worcestersauce liefern viel Umami. Ein gut gemachter Blanc de Noir hat genug Struktur, um dagegen anzukommen, ohne den Salat zu erschlagen.
Caesar-Salad mit Hähnchen (Zutaten für 2 Personen)
Basics: 2 Romana-Salatherzen, 2 Hähnchenbrustfilets, 50 g Parmesan, 2 Scheiben Ciabatta oder Weißbrot, 2 EL Olivenöl
Marinade: 1 EL Olivenöl, 1 TL Paprikapulver, ½ TL Knoblauchpulver, Salz, Pfeffer, etwas Zitronenabrieb
Dressing: 1 Eigelb, 1 TL Dijon-Senf, 1 kleine Knoblauchzehe, 2 Sardellenfilets, 1 EL Zitronensaft, 3 EL Olivenöl, 2 EL geriebener Parmesan, einige Tropfen Worcestersauce, schwarzer Pfeffer
Zubereitung:
1. Hähnchen mit den Zutaten der Marinade einreiben. In einer heißen Pfanne mit etwas Öl pro Seite etwa 4–5 Minuten braten, bis es goldbraun und saftig ist. Danach kurz ruhen lassen und in Streifen schneiden.
2. Brot würfeln und mit etwas Olivenöl knusprig anrösten.
3. Knoblauch und Sardellen fein hacken. Mit Eigelb, Senf und Zitronensaft verrühren. Langsam das Olivenöl einarbeiten, dann Parmesan und Worcestersauce ergänzen.
4. Romana schneiden, mit Dressing vermengen. Chicken, Croutons und gehobelten Parmesan darauf verteilen.
Die richtige Trinktemperatur
Die ideale Trinktemperatur des Blanc de Noir liegt in der Regel zwischen 8 und 10 °C. Damit ist er etwas kühler als viele Rotweine, aber ähnlich temperiert wie frische Weißweine. Zu kalt sollte er jedoch nicht serviert werden, da sonst die feinen Aromen verloren gehen.
Kurz & Gut
Blanc de Noir ist eine spannende Alternative für alle, die etwas Neues entdecken möchten. Er kombiniert die Frische eines Weißweins mit der aromatischen Tiefe roter Trauben und überzeugt durch Vielseitigkeit und Eleganz. Ob als Aperitif oder Essensbegleiter – dieser besondere Weinstil bringt Abwechslung ins Glas und lohnt sich definitiv zum Ausprobieren: Lembergerland Blanc de Noir


