Marangoni-Effekt: Schon mal gehört?

Marangoni-Effekt: Schon mal gehört?

Marangoni-Effekt: Schon mal gehört?

Carlo Giuseppe Matteo Marangoni (* 29. April 1840 in Pavia; † 14. April 1925 in Florenz) war ein italienischer Physiker.
Sein wissenschaftliches Interesse galt hauptsächlich der Erforschung von freien Oberflächen. Nach Marangoni ist die Marangoni-Konvektion, sowie eine dimensionslose Kennzahl, die Marangoni-Zahl, benannt.
Ist dir das auch schon einmal aufgefallen? Wenn du dein Weinglas schwenkst, bildet die Flüssigkeit am inneren Rand Muster aus, die an Kirchenfenster oder Tränen erinnern. Bei manchen Weinen tritt dieser Effekt – von Weinexperten als Marangoni-Effekt bezeichnet – stärker auf als bei anderen. Woran liegt das? Und sagt der Marangoni-Effekt etwas über die Qualität eines Weines aus?

Der Alkoholgehalt entscheidet über die Kirchenfenster im Weinglas.
Hinter den Schlieren, die Wein beim Schwenken im Glas bilden kann, steckt ein simples naturwissenschaftliches Phänomen: Für die Kirchenfenster, Tränen oder Tropfen, wie die Schlieren auch genannt werden, ist der Alkoholgehalt im Wein verantwortlich.

Wein ist eine Mischung aus Wasser und Alkohol. Beide Flüssigkeiten haben unterschiedliche Siedepunkte. Das heißt: Sie verdunsten unterschiedlich schnell. Wenn du das Weinglas schwenkst, benetzt du die Glasinnenwand mit einem dünnen Flüssigkeitsfilm. Weil der Alkohol schneller verdunstet, verändert sich die Oberflächenspannung. Die restliche Flüssigkeit zieht sich in einem Rand oberhalb des Weins zusammen und fließt in mehr oder weniger großen Tränen wieder an der Glaswand hinab – das ist der Marangoni-Effekt.

Je nachdem, wie breit der Abstand zwischen den einzelnen Tränen ist und ob die Kirchenfenster eher Rund- oder Spitzbögen gleichen, kannst du Rückschlüsse auf den Alkoholgehalt ziehen. Je enger die Tränen hinabfließen, desto spitzer wirken die Kirchenfenster des Marangoni-Effekts. Dann ist der Alkoholgehalt vergleichsweise hoch. Sind die Abstände zwischen den Weintropfen größer, die Tränen feiner und die Kirchenfenster breit und rund, hat der Wein einen geringeren Alkoholgehalt. Ob der Marangoni-Effekt im Wein ein Qualitätsmerkmal für dich ist, musst du allerdings selbst entscheiden.

Wodurch der Marangoni-Effekt noch beeinflusst wird:
Auch der Zuckergehalt und weitere Inhaltsstoffe im Wein entscheiden über die Ausprägung und Form des Marangoni-Effekts. Diese machen den Wein dick- beziehungsweise dünnflüssiger. Dickflüssiger Wein enthält vergleichsweise viel Alkohol und Zucker. Fachleute sagen: Seine Viskosität ist hoch. Dadurch werden die Tränen am Glas dicker, die Kirchenfenster schmaler.

Je nachdem, welches Weinglas du verwendest, beeinflusst dies zusätzlich den Marangoni-Effekt. Wird der Glaskelch nach oben hin schmaler – wie es bei Weingläsern und Schnapskelchen der Fall ist – kommt der Marangoni-Effekt stärker zum Ausdruck als bei zylinderförmigen Gläsern. Übrigens: Auch bei anderen Flüssigkeitsgemischen mit unterschiedlichen Siedepunkten kannst du die Schlieren, Tränen oder Kirchenfenster beobachten.

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