Blog - Steillagenkollektiv

Arbeiten im Weinberg
Reben biegen (historisch: gerten)
Der Rebschnitt ist geschafft – jetzt werden die Fruchtruten vorsichtig über den Draht gebogen und fixiert. Durch das Biegen wird die Apikaldominanz gebrochen, der Saft verteilt sich gleichmäßig und die Trauben erhalten optimale Nährstoffversorgung. Eine mühsame, zeitintensive Arbeit, die Erfahrung, Fingerspitzengefühl und Sorgfalt erfordert – aber die Grundlage für eine gleichmäßige Traubenqualität legt.

Natur & Tiere
Crowdfunding im Lembergerland
„Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele“ – Friedrich Wilhelm Raiffeisen.
Im Steillagenkollektiv machen wir diese Philosophie lebendig: Solidarische Teilhabe an Weinbergterrassen, Blühpflanzen für über 150 Wildbienenarten und die Zukunft unserer Kulturlandschaft. Nach 4.000 Blühpflanzen im letzten Jahr starten wir 2023 eine neue Pflanzaktion – unterstützt durch Crowdfunding über Startnext. Jede Beteiligung zählt, damit es bald wieder in den Terrassen über der Enz summt, blüht und duftet.

Arbeiten im Weinberg
Der Rebschnitt
Die Rebkultur begann vor Jahrhunderten mit dem Schneiden der Reben – angeblich inspiriert von einem Esel, der im Winter die einjährigen Triebe abfraß. Heute ist der Rebschnitt entscheidend, um die Rebe zu kultivieren, gesunde Trauben zu erzeugen und das Blatt-Wurzel-Verhältnis optimal zu halten.
Altes Holz, Fruchtholz und einjähriges Holz werden gezielt geschnitten, verjüngt und angeschnitten, damit die Rebe Reservestoffe speichern kann – für die Blütendifferenzierung und die Trauben des nächsten Jahres. Ein tiefer Eingriff, der Erfahrung und Fingerspitzengefühl erfordert.

Arbeiten im Weinberg
Aus Gestrüpp wird wieder Weinberg
Weinbergbrache? Nur wenn sie lebt!Brache kann gut sein – der Boden erholt sich und das Bodenleben regeneriert sich. Doch Brombeerwildnis und Verbuschung gefährden Trockenmauern, Artenvielfalt und das Landschaftsbild.
Am 21.01.2023 packten 25 „Wengerter für ein Jahr“ und Freiwillige kräftig an, um 5.000 m² terrassierten Weinberg in der Rosswager Halde von Brombeeren zu befreien. Jetzt können neue, zukunftsfähige Weinbergterrassen entstehen. Schritt für Schritt wird die Fläche bis 2028 wieder bepflanzt – während Blumen und Kräuter den Boden regenerieren.

Natur & Tiere
Kräuter- und Blühpflanz-Aktion im Steillagenkollektiv
„Unser Solidaritätsmodell für die terrassierten Steillagen im mittleren Enztal ist erfolgreich gestartet – über 150 Paten haben ihre Terrasse bereits gesichert“, berichtet Christian Kaiser, Geschäftsführer der Lembergerland Kellerei.
Dank der Teilhabe der Paten können die Kollektiv-Wengerter nachhaltig bewirtschaften: Weinberge, Trockenmauern und die Artenvielfalt profitieren gleichermaßen. Jetzt geht es los mit der ersten Kräuter- und Blühpflanz-Aktion: Fast 2.000 Setzlinge von 17 ausgewählten Arten – von der gewöhnlichen Kuhschelle über Frühlingsfingerkraut bis hin zu Schwertlilie – werden in den 572 Terrassen gepflanzt. So entstehen blühende Oasen für Insekten und Spaziergänger.

Natur & Tiere
Der Kodex der Kollektiv-Wengerter
Die 32 Wengerter des Steillagenkollektivs verpflichten sich zu einem lebendigen Weinberg: kein Museumsweinberg, sondern aktiver Weinbau im Einklang mit einem intakten Ökosystem. Ohne Herbizide oder Insektizide, dafür mit Begrünungen und gezielter Beipflanzen-Pflege, entstehen Lebensräume für Insekten, Eidechsen, Fledermäuse und viele mehr.
Nachhaltigkeit bedeutet hier auch regionale Wertschöpfung: Dank Unterstützung der Stadtwerke Mühlacker können die Weinberge nun ausschließlich mit natürlichen Nährstoffen aus der Region versorgt werden – für vitale Reben und gesunde Böden.

Natur & Tiere
Wir! Die Kollektiv-Wengerter - Teil 1
Seit über einem Jahrtausend prägen Menschen die steilen Muschelkalkhänge des Enztals. Trockenmauern, Wasserstaffeln und terrassierte Parzellen – ein architektonisches Meisterwerk, entstanden durch generationsübergreifende Handarbeit und gemeinschaftlichen Willen. Heute führen engagierte Wengerterfamilien dieses Kulturerbe fort.

Natur & Tiere
Damals - eine Reise durch die Erdgeschichte
In den terrassierten Steillagen des Mittleren Enztals steckt mehr Historie als ein einzelnes Weinbaujahr. Vom tropischen Urmeer vor 235 Mio. Jahren über die prähistorischen Flussläufe der Enz bis zu den Römergutshöfen – das heutige Terroir ist das Ergebnis von Millionen Jahren Erdgeschichte.
Seit über 1.000 Jahren kultiviert der Mensch die steilen Südhänge, errichtete Trockenmauern und pflanzte Reben in mühevoller Handarbeit. Weinbau war immer Gemeinschaftsarbeit – nur zusammen entstanden und erhalten diese einzigartigen Landschaften. Heute schreiben die Wengerter:innen im Steillagenkollektiv diese Geschichte fort und machen die Kulturlandschaft nachhaltig, lebendig und solidarisch zugänglich.

Natur & Tiere
Steillagenkollektiv - ein solidarisches Gemeinschaftsprojekt
Die terrassierten Weinberge des Enztals verbinden Genuss, Artenvielfalt und Kulturerbe. Mit dem Steillagenkollektiv kannst du Teil dieser nachhaltigen Zukunft sein: Weinbergsmauern erhalten, heimische Pflanzen fördern und exklusive Lagen unterstützen – gemeinsam für lebendige Weinberge und hochwertigen Genuss.

